Die kirchliche Einsegnung - das Begräbnis

Der Tod eines nahen Menschen ist sicher die größte Herausforderung, vor die uns das Leben stellt, die Gott selbst uns stellt. Besonders dann, wenn er unerwartet eintritt. Dazu kommen noch zahllose familiäre und organisatorische Aufgaben, die das Begräbnis erfordert. Alles muss schnell geschehen und meist sind wir darin unerfahren.

Grundsätzlich leitet ein Priester, Diakon oder ein ausgebildeter Begräbnisleiter der Wohnpfarre die katholische Begräbnisfeier von Verstorbenen, die hier gelebt haben (gemeldet waren). Aber natürlich können Sie auch einen anderen Priester mit Naheverhältnis zur Familie wählen und anfragen. Da wir in die Terminwahl jedoch meist nicht einbezogen sind, müssen wir manche Begräbnisse an andere weitergeben, die an diesem Tag Dienst haben.

Wenn es Ihnen wichtig ist, dass ein Priester der Canisiuspfarre das Begräbnis hält, informieren sie uns bitte möglichst bald und besprechen Sie das auch mit der Bestattung. Wir laden Sie dann in den Tagen vor dem Begräbnis zu einem Gespräch ein, um Wichtiges über die Verstorbenen zu erfahren und die Feier mit Ihnen vorzubereiten.

Familie und Angehörige können zur Gestaltung des Begräbnisses mehr einbringen, als den meisten bewusst ist: Musik und Musiker Ihrer Wahl, eigene Texte, Bilder, Zeichen und Symbole – solange dies den zeitlichen Rahmen nicht sprengt.


 

Der unwiderrufliche Abschied 

Zu den schwersten Dingen, die einem das Leben abverlangen können, gehört der Abschied von einem geliebten Menschen, der uns "für immer" verlassen hat. Schmerz, Trauer und Ohnmacht überfällt uns. Die Erfahrung, dass sie oder er ab jetzt nicht mehr da sein soll, ein Platz am Tisch plötzlich leer bleibt, gewohnte Abläufe sich völlig umstellen müssen und Vieles andere mehr. Es tut weh und wird Sie wohl noch lange beschäftigen. Ihr Leben wird jetzt anders sein.

Es ist wichtig, dem Schmerz Raum zu geben und der Trauer Zeit zu lassen. Dabei ist es oft eine große Hilfestellung, damit auch in den alten Ritualen eines Begräbnisgottesdienstes aufgefangen zu werden. Gerade angesichts des Todes, wenn man so deutlich die menschliche Endlichkeit spürt, kann das gottesdienstliche Feiern den Rahmen bieten, die eigene Trauer zuzulassen.

Als Christen vertrauen wir auf einen Gott, aus dessen Liebe wir auch im irdischen Sterben nicht hinausfallen können. In Jesus zur Welt gekommen geht Gott mit uns bis zum Letzten, in dem er selbst gestorben ist, aber im tiefsten Scheitern und Sterben Auferstehung und Leben gefunden hat. Eben dies sagt er auch uns zu, wo er meint: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt wird auf ewig nicht sterben!" (Joh 11,25f)

Genau das dürfen wir als Christen hoffen: Dass wir uns mit unserer Traurigkeit vor Gott sehen lassen können, bei ihm den Schmerz abladen, zugleich aber auch Hoffnung schöpfen können, dass es damit eben doch nicht endgültig aus ist. Das Licht der Hoffnung darf in den Schmerz hereinscheinen, dass es mit dem irdischen Tod nicht ewig vorbei ist. Und eben das sollen auch die Feiern der Einsegnung zum Ausdruck bringen, sowie Raum dafür geben, mit dem darin Eigenen Platz zu finden.

Die konkreten Abläufe und Rituale sind von Ort zu Ort verschieden, die dadurch anklingenden Inhalte aber dieselben. In manchen Gegenden wird der Verstorbene zu Hause abgeholt, in manchen Pfarren beginnt die Zeremonie in der Kirche und mündet in den gemeinsamen Gang zum Friedhof, andernorts wird zuerst die Einsegnung am Grab gefeiert, dann die Eucharistiefeier als Abschluss in der Kirche. Manchmal wird überhaupt nur mehr eine Einsegnung am Friedhof erbeten.

Rituale des Abschieds

Beim Abschied kommt zum Ausdruck, was die/der Verstorbene für uns war, was wir positiv erlebt und lieb gewonnen, aber auch schmerzhaft von ihr/ihm ertragen und erlitten haben, damit ein gutes "abschließen Können" leichter möglich wird. "Wir übergeben den Leib der Erde. Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat, wird auch unsere/n verstorbene/n N. (Vorname) zum neuen Leben erwecken!" - so heißt es dann bei der Beerdigung.

  • Gottesdienst - die Einsegnung

    Die Liturgie gibt Raum zum gemeinsamen Klagen und Trauern, lässt aber auch durch biblische Worte und Predigt die Hoffnung von uns Christen anklingen, dass die Auferstehung über den Tod siegen wird.
  • Weihwasser

    Das Wasser erinnert an das der/dem Verstorbenen in der Taufe zugesagte Leben, ein Leben, das auch durch den irdischen Tod nicht "totzukriegen" ist. Die Leiterin, der Leiter des Begräbnisses spricht beim Besprengen des Sarges: "N. (Vorname), im Wasser und im Heiligen Geist wurdest du getauft. Der Herr vollende an Dir, was er in der Taufe begonnen hat." - und im Besprengen der mitfeiernden Angehörigen: "Durch die Taufe bleiben auch wir mit unserer/em Verstorbenen ewiglich verbunden, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes - Amen!"
  • Erde Streuen

    Die deutenden Worte machen das Ritual verständlich: "Dein Leib ist der Vergänglichkeit ausgesetzt; jetzt kehrt er zur Erde zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken."
  • Eucharistiefeier

    Im Regelfall rundet die "Seelenmesse" die Reihe der Begräbnisrituale ab. Es ist eine besondere Chance, nach der dichten "Intensivzeit" der Trauer darin auch einmal einen ersten Abschluss zu markieren. Denn auch dort kommt das Trauern zur Sprache, mündet aber in das Feiern von Jesu Tod und Auferstehung - eine Auferstehung, die er auch unseren Verstorbenen schenken wird! Selbstverständlich ist gerade für engste Angehörige die Zeit der Leere und des Weinens damit nicht endgültig vorbei, aber vielleicht wird eben dadurch der Blick dafür geöffnet, dass das Leben hier in dieser Zeit weitergeht - und für uns alle hindrängt auf ein ewiges, erfülltes Leben mit einem großartigen Wiedersehen all unserer Lieben bei Gott!

Und vergessen Sie nicht: In Ihrer Pfarre wird täglich in der Messe für die Verstorbenen gebetet, die bei Gott gut aufgehoben sind.

... für später

Vielleicht kann man das beim Begräbnis noch nicht: An später denken, mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Man muss es nicht, man darf sich Zeit lassen! Aber man darf sich auch nicht ganz im Schmerz verlieren! Jesus sagt einmal ganz hart zu einem, der ihm folgen, aber erst seinen Vater begraben will: "Lass doch die Toten ihre Toten begraben!" Oder zu einem anderen, der erst noch von seinen Lieben Abschied nehmen möchte: "Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der taugt nicht für die neue Welt Gottes." (Lk 9, 59-62).

Auch mit Ihnen hat Gott noch etwas vor. Auch für Sie gilt das Wort, das er durch den Propheten Jeremia spricht (Jer 29,11): "Ich weiß wohl, was für Gedanken ich über euch habe: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, denn ich will euch Zukunft und Hoffnung geben." Und dann später in Jesus (Jh 10,10): "Ich bin gekommen, dass ihr Leben habt, Leben in Fülle habt!"

Kirchliches Begräbnis für eine/n Ausgetretene/n?

Wie ist das mit Menschen, die nicht der Kirche angehören, weil sie ausgetreten sind? Im Austritt aus der Kirche erklärt der Katholik, dass er mit der kirchlichen Gemeinschaft nichts (mehr) zu tun haben will - und dieses Recht hat jede/r. Selbstverständlich ist es der Kirche nicht möglich, sobald der Betreffende verstorben ist (und sich nicht mehr dagegen "wehren" kann) mit seinem Leichnam eine kirchliche Feier durchzuführen - also eindeutig seinem offiziell deklarierten Willen zuwider.

Falls aber die Angehörigen der/s Verstorbenen das wünschen, kann dennoch eine religiöse Feier stattfinden - natürlich können wir als Christen für die/den Verstorbene/n beten. Im Regelfall wird der Pfarrer oder der/die Begräbnisleiter/in in Zivil kommen, zu gemeinsamem Gebet einladen und auf diese Weise den Trauernden Trost spenden. Denn genauso, wie die Kirche den freien Willen (auch den zum Austritt) akzeptiert, vertraut sie auch, dass Gottes Barmherzigkeit und Güte immer noch größer sind.

Informationen für Begräbnisbesteller von Karl Wagner, ehem. Leiter des Einsegnungsdienstes der Erzdiözese Wien.

(Pfarrer Gerald Gump)