Das Sakrament der Krankensalbung

Kranke Menschen sollten das Sakrament der Krankensalbung nach Möglichkeit mitfeiern können. Diese Feier, die durchaus im familiären Rahmen geschehen kann, soll Schwache und Kranke aufrichten, ihnen Mut machen und im Glauben stärken. Und ihnen zeigen, dass sie auch in dieser Zeit nicht allein gelassen sind. Dieses Sakrament kann mehrmals gespendet werden, wenn eine neue Krankheit oder eine merkliche Verschlechterung eintritt oder einfach, wenn schon längere Zeit seit dem letzten Mal verstrichen ist.

Darum ist der alte Ausdruck „Letzte Ölung“ irreführend. Aber natürlich ist die Salbung auch in den letzten Momenten des Lebens möglich, etwa wenn eine gesundheitliche Verschlechterung unerwartet schnell eintritt oder ein Unfall geschehen ist.

Sobald wir informiert sind, werden wir so schnell wie möglich kommen. Oder eben auch dann, wenn sich die Familie versammeln und mitfeiern kann. Wenn der Empfang der Hl. Kommunion noch möglich und erwünscht ist, teilen Sie uns das bitte auch mit.

 

An einem Sonntag, meist Mitte September, feiern wir unseren Krankensonntag, zu dem wir alle Menschen einladen, die sich krank fühlen oder schwach und in ihren Möglichkeiten eingeschränkt – körperlich oder seelisch. Sie alle können dann in der Messe das Sakrament der Krankensalbung gemeinsam empfangen, das nächste Mal am 20. September 2015 um 9.30.

 

Ältere oder gehbehinderte Menschen können auch gerne die Kommunion bei sich zu Hause empfangen. Bitte rufen sie unser Pfarrbüro an. Wir finden sicher innerhalb weniger Tage einen Termin.

 

Zum Sakrament der Krankensalbung

"Früher habe ich geglaubt, das 'Fromm-Sein' kann ich mir dafür aufheben, wenn ich alt und krank bin! Aber genau jetzt tue ich mir mit meinem Lebensschicksal besonders schwer. Jetzt ist mein Beten in besonderer Krise!" Nicht wenige Menschen fühlen sich gerade in Krankheit auch in ihrer Beziehung zu Gott durcheinander gebracht.

Darüber hinaus treten tiefsitzende Fragen und Ängste zu Tage: Werde ich wieder gesund? Kehren meine Kräfte und Lebensgeister wieder? Kann das schon wirklich alles gewesen sein?

Und genau in diese Krisen des Lebens wird in der Krankensalbung die besondere Zuwendung Gottes spürbar zugesagt. Die Salbung mit Krankenöl lässt diese Zuwendung über Tast- und Geruchssinn besonders tief erfahren: "Du bist nicht allein! Nicht auch, sondern gerade jetzt bin ich, dein Gott, mit dir!"

Schon in der Bibel klingen diese Erfahrungen an: Im Jakobusbrief (5,14-15) steht: "Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Kirche zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben."

Auch hier wird durch einfache, menschliche Gesten das deutlich, spür- und erfahrbar, was Gott tut, bewirkt und schenkt. Konkret drückt sich das in der Krankensalbung folgendermaßen aus:

Der Priester betet für den Kranken, indem er ihm schweigend die Hände auflegt. Danach salbt er Stirn und Hände mit Krankenöl, indem er spricht:

"Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen. Er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes!" - "Amen!"

"Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich. In seiner Gnade richte er dich auf!" "Amen!"

So wird deutlich, dass es ein Symbol für Kranke ist, für deren innere und äußere Heilung gebetet wird. Dies hat der frühere Ausdruck "Letzte Ölung" sehr verdunkelt. Auch heute ist es leider bei manchem Menschen immer noch so, dass die Krankensalbung als "Vorstufe" zum Sterben angesehen wird. Das Gegenteil ist der Fall: Krankensalbung ist kein Sterbe-Sakrament! Heilung, liebevolle Zuwendung und Kraft schenkendes Aufrichten sind jene Inhalte, die dieses Sakrament bezeichnen und im gläubigen Vertrauen auf Gott auch bewirken.

(Pfarrer Gerald Gump)