Die Taufe ist gemeinsam mit der Eucharistie (Messe) das wichtigste Sakrament der Kirche. Taufe erfordert eine Entscheidung: die der Eltern oder des Erwachsenen selbst. Sie ist in jedem Lebensalter möglich. Obwohl auch bei uns die meisten als Babys im ersten Lebensjahr getauft werden, feiern wir oft auch im Rahmen unserer Erstkommunion-Vorbereitung oder manchmal auch die Taufe Erwachsener.

Die Taufe bereiten wir in einem Taufgespräch vor. Manchmal führt ein Vorgespräch zur Entscheidung. Es sollen ja beide Elternteile einen gemeinsamen Weg finden, dem sie beide zustimmen können: ob ihr Kind (jetzt schon) getauft werden soll – und ob es katholisch getauft werden soll, wenn Vater und Mutter unterschiedlichen Kirchen angehören.

Zur Anmeldung kommen Sie bitte ins Pfarrbüro, um einen Termin zu vereinbaren. Bei uns sind Taufen im familiären Rahmen, aber auch im Gemeindegottesdienst möglich. Grundsätzlich sind immer alle Gemeindemitglieder eingeladen, sich dem Fest anzuschließen. Sie können auch nachher bei uns weiter feiern: in einem der Säle, im Graten und bald auch im Kreuzgang (Räume bitte rechtzeitig reservieren).

Die Vorbereitung Erwachsener erfolgt individuell, wobei Sie Ihre Themen und Fragen gerne einbringen können. Wenn Sie neu zu unserer Gemeinde dazustoßen, laden wir Sie ein, selbst zu entscheiden, wo sie „hinein schnuppern“ möchten.

Am Sonntag nach Ostern (der Name „Weißer Sonntag“ kommt von den Taufkleidern) laden wir alle Neugetauften des Vorjahres und ihre Familien zu einem gemeinsamen Fest ein.

Zur Anmeldung brauchen sie folgende Dokumente (Kopien genügen):

- Geburtsurkunde

- Taufscheine der Eltern (wenn getauft)

- kirchlicher Trauschein und staatliche Heiratsurkunde der Eltern (wenn verheiratet)

- Meldezettel von Täufling und Eltern

- Namen und Daten der Patin / des Paten (kann auch noch beim Taufgespräch eingebracht werden)

 

Familien mit kleinen Kindern laden wir besonders zu unseren Jungfamilien-Sonntagen ein:

http://www.pfarre-canisius.at/Pfarrgruppen/Sonntag-für-junge-Familien



  

Das Sakrament der Taufe

An den "Krisenpunkten" des Lebens setzt Gott in den Sakramenten Zeichen seiner liebevollen Zuwendung. "Krise" kommt vom Griechischen "krinein" und bedeutet entscheiden. Sakramente haben dort ihren Platz, wo sich Wesentliches entscheidet.

 

Ein solcher Knotenpunkt im Leben ist, wenn ein Mensch zu Gott gefunden hat und sich entscheidet, in der von ihm begründeten Gemeinschaft (Kirche) verbindlich zu leben. In dieser Situation bringt die Taufe zum Ausdruck, was dem Menschen langsam spürbar geworden ist: Dass er ein von Gott schon längst geliebter Mensch ist. In diese Liebe Gottes wird er symbolhaft hineingetaucht - daher kommt das Wort "Taufe".

Selbstverständlich ist für die sinnvolle Feier der Taufe eine vertrauensvolle und glaubende Grundbeziehung zu Gott Voraussetzung. Es wäre pervers ein Zeichen zu feiern, dessen Inhalt man ablehnt. Daher gibt es das (Tauf-)Katechumenat: eine längere Zeit der Vorbereitung, in der es gilt, in das Sakrament langsam und aktiv hineinzuwachsen.

Diese Vorbereitungszeit - das Katechumenat - geht eigentlich von einem erwachsenen Taufwerber aus. Das Sakrament der Taufe beginnt dann mit der "Feier der Annahme". Der Bischof bezeichnet zuerst den Taufbewerber mit Kreuzzeichen auf Stirne, Ohren, Augen, Mund, Brust und Schultern.

Ganz deutlich wird hier gleich zu Beginn: Zuerst steht der Segen Gottes - noch vor jeglicher Leistung und trotz aller Schuld des Menschen.

Über die in mehreren gottesdienstliche Feiern zum Ausdruck gebrachten Stufen hinweg mündet die Vorbereitung in die Osternacht, in der die Taufe ursprünglich gefeiert und im Leben konkret gemacht wird.

Der Regelfall bei uns ist nicht die Taufe eines Erwachsenen, sondern die von Kindern. Es ist nachvollziehbar, dass gläubige Eltern ihre noch nicht entscheidungsreifen Kinder zur Taufe bringen: Es zeigt, dass die durch die Taufe zum Ausdruck gebrachte Liebe Gottes ein Geschenk und nicht Verdienst des Menschen ist.

Die Taufe von Kindern ist daher nur dann sinnvoll, wenn die Kinder in diese Beziehung mit Gott hineinwachsen. Das geschieht wie selbstverständlich, wenn die wesentlichen Bezugspersonen des Kindes diese Beziehung mit Gott leben - ähnlich wie sie auch anderes, wie z. B. die Mutersprache übernehmen.

Der Ablauf der Kindertaufe

Teil 1: Empfang vor der Kirche:

Die Eltern stellen ihr Kind mit Namen vor und bitten um die Taufe; sie erklären sich bereit, das Kind im Glauben und Lieben zu begleiten. Dann wird das Kind in die Kirche getragen. Es wird durch die Taufe Teil der Kirche - Teil der Gemeinschaft der Getauften.

Teil 2: Wortgottesdienst:

Lesung aus der Bibel: Gott kommt quasi selbt zu Wort.

Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen: Taufspender, Eltern, Paten, Angehörige und Gemeindemitglieder "segnen" das Kind.

Anrufung der Heiligen: Im Biblischen Sinn sind alle Menschen, die zu Gott gehören, "heilig". In diese große Gemeinschaft der "Heiligen", eine Gemeinschaft die über den Tod hinausreicht, wird das Kind aufgenommen. Es wird es sozusagen "willkommen geheißen".

Fürbitten: In verschiedensten Bitten wird Gott für das Kind, seine Eltern und andere Menschen gebeten.

Teil 3: Spendung der Taufe:

Taufwasserweihe: Wasser ist ein Zeichen von Leben und Reinigung. Dem Kind wird dadurch zum Ausdruck gebracht, dass ihm Gott die Fülle des Lebens schenkt, ein Leben, das nicht mehr "totzukriegen" ist. Der ewige Tod und die Sünde werden ein für alle Mal abgewaschen. Dafür wird frisches Wasser vorbereitet und gesegnet.

Absage und Glaubensbekenntnis: Noch kann das Kind keine Entscheidung treffen, aber es wird in die Lebensweise seiner Eltern hineinwachsen. Daher erklären hier Eltern, Pate/in und die anwesende Pfarrgemeinde, dass sie dem Bösen eine Absage erteilen ("Ich/Wir widersage/n!") und bekennen, dass sie in ihrem Leben Gott vertrauen ("Ich/Wir glaube/n!").

"Ich glaube" bedeutet in diesem Fall nicht "für wahr halten", sondern deutet an, dass man Gott vertraut.

Spendung der Taufe: Grundidee: der Täufling wird drei mal unter Wasser getaucht. Im Regelfall wird dies durch ein dreimaliges Übergießen mit Wasser ersetzt, wozu der Taufspender folgendes spricht:

N. (Vornamen), Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! - Amen!

Taufe - von Gott als Kind angenommen, mit neuem, ewigen Leben beschenkt, gebadet in der Liebe Gottes. Ihm für's Leben anvertraut - unwiderruflich!

Deutende Riten: 

Mit drei Symbolen soll das, was den Kindern in der Taufe geschenkt wird, deutlich werden:

  • Salbung mit Chrisam



    Ein frisch gebadetes Kind wird eingecremt - es soll gesund bleiben. Bei Wunden, Unreinheiten oder ähnlichem verwendet man Cremen, Öle oder Salben. In früheren Zeiten wurden die wichtigsten Leute für Ihre Ämter (Priester, Propheten, Könige) "gesalbt". Auch Jesus war ein Gesalbter, denn Christos ist griechisch und bedeutet der Gesalbte.



    Getaufte werden gesalbt. Ihnen ist Heil und Leben von Gott garantiert, sie sind vor Gott so bedeutend, wie jeglicher Prophet oder König, gehören für immer zu diesem "Gesalbten" Jesus Christus.
  • Das weiße Taufkleid

    Dem Neugetauften wird das Taufkleid überreicht. Das weiße Kleid ist Zeichen der Freude, Reinheit, Lebens und Unschuld. Wenn sich auch im Laufe des Lebens so mancher "Fleck" abzeichnen wird, ändert das nichts daran, dass die Grundfarbe des Herzens vor Gott für immer weiß, hell und strahlend bleibt.
  • Die Taufkerze





    Die brennende Osterkerze ist Symbol für den auferstandenen Jesus Christus, der das Dunkel der Welt und auch des persönlichen Lebens hell macht. Das Kind - beziehungsweise dessen Paten - erhält nun seine kleine Osterkerze: Christus hat ihm in der Taufe Auferstehung und Leben geschenkt!

4. Teil - Abschluss der Tauffeier (beim Hauptaltar)

Vater unser Gemeinsam mit dem und für das Kind dürfen wir uns gemeinsam als Kinder Gottes bekennen und beten.

Abschließend werden Eltern und Paten gesegnet.

(Pfarrer Gerald Gump)