Trauung

Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, kirchlich zu heiraten, gratulieren wir Ihnen herzlich! Wollen Sie bei uns in der Canisiuskirche heiraten? Dann bitten wir Sie, möglichst bald mit unserem Pfarrsekretariat einen Termin zu vereinbaren. Wenn sie eine andere Kirche gewählt haben, reservieren Sie bitte zuerst vor Ort den Termin. Normalerweise wird dort ein Priester dieser Kirche oder einer Ihrer Wahl mit Ihnen feiern. Manchmal ist es aber auch für unsere Priester möglich, mitzukommen – was natürlich auch von der Entfernung abhängt.
Danach folgt das sogenannte „Trauungs-Protokoll“: ihre Daten werden hier eingetragen. Danach lädt Sie meist der Pfarrer zu einem Gespräch ein, in dem alle „Ehehindernisse“ ausgeräumt werden (keine Angst, das ist fast immer reine Formsache!), Sie danach Ihren Wunsch bekunden, eine Ehe nach christlichen Werten zu führen – und man sich einfach einmal kennen lernen kann. Dieses Gespräch kann überall dort geführt werden, wo Braut oder Bräutigam zumindest neben-gemeldet sind.

Folgende Unterlagen werden zur Anmeldung gebraucht:

Dokumente (von Braut und Bräutigam):
Geburtsurkunde
Meldezettel
Taufschein
amtl. Lichtbildausweis
außerdem in besonderen Fällen:
Heiratsurkunde (wenn Sie bereits standesamtlich verheiratet sind)
Dokumente über Beginn und Beendigung früherer Ehen (z. B. Heiratsurkunde, Trauschein, Sterbeurkunde …) 
Verleihungsurkunde des akademischen Grades bzw. der Standesbezeichnung Ingenieur (wenn diese Grade nicht aus den anderen Dokumenten ersichtlich sind)
Information über
Name, Adresse und Beruf beider Trauzeugen
geplanter Hochzeitstermin und Hochzeitskirche


Die Vorbereitung des Hochzeits-Festes erfolgt mit dem Priester (oder Diakon), mit dem Sie feiern werden. Erfahrungsgemäß ist es wichtig, die gewünschten Musiker schon früh zu kontaktieren. Für eine Agape stehen Ihnen Garten und Räume der Pfarre gerne zur Verfügung.
Außerdem verlangt unsere Diözese von jedem Paar, vor Ihrer Hochzeit ein Eheseminar zu besuchen. Diese finden mit unterschiedlicher Dauer Bildungshäusern und Pfarren statt. Unser Sekretariat informiert gerne über Angebote. Den wichtigsten Teil dort bilden nicht Vorträge, sondern moderierte Gespräche der Paare untereinander. Erfahrungsgemäß sind die meisten Paare von diesen Seminaren positiv überrascht.

Check-List zur Vorbereitung
1. Wahl der Hochzeitskirche und Anmeldung dort - 
verbunden mit Wahl des Traupriesters/-diakons
2. Vereinbarung mit der gewünschten Musik
3. Anmeldung in einer Ihrer Wohnpfarren
4. Gespräch mit dem dortigen Pfarrer (Trauungsprotokoll)
5. Besuch eines Eheseminares 
6. Vorbereitung des kirchlichen Festes mit dem Trauungspriester/-diakon

Das Sakrament der Ehe

Schon auf den ersten Seiten der Bibel finden sich Grundaussagen über das Miteinander von Frau und Mann: "Als Mann und Frau" schuf Gott den Menschen - und so auch als sein eigenes "Abbild (Gen 1,27); "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt!" (Gen 2,18) wie auch, dass Mann und Frau sich derart aneinander binden, dass sie "ein Fleisch" sind (Gen 2,24).

In narrativen, hymnischen oder belehrenden Texten zeichnet das Alte Testament ein breites Bild von ehelichem Miteinander, das sich in unterschiedlichsten Bereichen (geistig, körperlich, als Liebes- oder Wirtschaftsgemeinschaft) manifestiert.

Spätestens aus der Art, wie Jesus den Menschen sieht, lässt sich die Ehe immer mehr als ein personales Miteinander zweier Menschen verstehen.

Im Laufe der Zeit ist die Kirche dazu übergegangen, diese Höchstform umfassend-menschlicher Liebe, die im Kern ihres Miteinanders fruchtbar wird, als heilig, später sogar als Sakrament anzusehen. Das liebende Miteinander zweier Menschen soll Zeichen dafür sein, wie Jesus seine Kirche, uns alle liebt. So setzt eine Ehe natürlich den freien Entschluss beider Partner voraus. Es ist mehr, als "nur" als Paar zusammenzuleben. Ehe bedeutet Verbindlichkeit und Sich-Verlassen- Können.

Die wesentlichen Grundkomponenten christlicher Ehe

Sie meint den Partner ganz: mit seiner Geschichte, Gegenwart und Zukunft, in seiner geistigen Haltung, mit seinem Charakter, in seiner Leiblichkeit, wie auch in gemeinsam gelebter Sexualität, mit seinen Stärken und Schwächen, ... - ganz. Echte Liebe kennt keine Vorbehalte und lässt sich nicht zurücknehmen. Jesus liebt uns - unabhängig vom Ausblick auf Erfolg oder Gewinn. Eheliche Liebe ist - wo sie eben diese Liebe Jesu deutliche und spürbar macht - dementsprechend auch in dieser Richtung angelegt: ohne Vorbehalte, Bedingungen oder Ansätze eines "Hintertürls". Sie ist für Verheiratete der besondere Weg, in intensiver Form durch die Liebe des Partners oder der Partnerin die Liebe Gottes zu spüren - so ist die gelebte Ehe der Ort, die Gegenwart Gottes zu erfahren.

Selbstverständlich sind all dies Grundrichtungen. Wie bei jedem Sakrament kommen wir Menschen nie all dem nach, was es beinhaltet. Wir können Scheitern, Fehler machen und auf andere Wege kommen. Doch ändert dies nichts daran, dass Sakramente, wie auch im Konkreten die Ehe, ein von Gott angelegter Weg ist, die Fülle des Lebens und der Freude zu erfahren.

Zwei Menschen finden sich, gewinnen sich lieb und wachsen zu einer echten Liebesgemeinschaft zusammen. Dieses Miteinander bringen sie vor Gott, um sich verbindlich den Segen Gottes zusagen zu lassen. Sie treten aber auch vor Gott, um das, was sie leben, ganz offiziell als Zeichen der Nähe Gottes, eben als Sakrament deklarieren zu lassen. Und genau das gilt es im Alltag zu leben. Gerade beim Ehesakrament wird so spürbar, dass es hier nicht um eine isolierte Feier geht, sondern um ein gottesdienstliches Fest, das im Alltag gelebt wird.

Der Ritus der Trauung macht vieles deutlich

Nach Einleitung und Wortgottesdienst:

 

Befragung der Brautleute nach ihrer Bereitschaft: Es wird spürbar, dass es freier Entschluss der beiden ist, eine Ehe einzugehen. Diese Deklaration ist öffentlich: Ehe betrifft nicht nur zwei Personen, sondern auch ihre Umgebung, die Gesellschaft - es ist ein Akt der Kirche.

Segnung der Ringe: Eine der zur Wahl gestellten Segensformeln lautet: "Wie der Ring den Finger ganz umschließt, so umschließe das Band der Liebe und Treue jene beiden, die sie als Zeichen ihrer Ehe tragen werden..."

Trauungsversprechen: 

N. (Vorname), VOR GOTTES ANGESICHT NEHME ICH DICH AN ALS MEINE FRAU (MEINEN MANN) ICH VERSPRECHE DIR DIE TREUE IN GUTEN UND BÖSEN TAGEN, IN GESUNDHEIT UND KRANKHEIT BIS DER TOD UNS SCHEIDET. ICH WILL DICH LIEBEN, ACHTEN UND EHREN, ALLE TAGE MEINES LEBENS.
TRAG DIESEN RING ALS ZEICHEN UNSERER LIEBE UND TREUE, IM NAMEN DES VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES!

Bestätigung der Ehe: Der die Trauungsfeier leitende Priester oder Diakon deklariert "im Namen Gottes und der Kirche", dass das eben Geschehende eine gültige Eheschließung ist.

Trauungssegen: Der Segen Gottes wird den Ehepartnern verbindlich zugesagt.

(Pfarrer Gerald Gump)